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Katzengedicht (Zähneknirschende Liebeserklärung)
Ballade vom Hamburger Currywurstbrater
Der Punker
lafleur
Sonntagnachmittägliches Waldspaziergangsgedicht
Interstellar Overdrive
Griechische Tragödie
Die Gräber ihrer Lieben
Katzengedicht (Zähneknirschende Liebeserklärung)
Katzengedicht (Zähneknirschende Liebeserklärung)einsame eiskaltbrutale killer
liebevolle nachwuchsreiche stiller
lautjaulende stillenachtzerfetzer
rücksichtslose krallenhiebverletzersessel stühle tische okkupierer
pissespritzende reviermarkierer
rauhklebrige trockenzungenlecker
gnadenlose hinrichtungsvollstreckerruhelose fellsäubernde putzer
kotvergrabende spielplatzbeschmutzer
-zigmalverfluchte wandbehangzerstörer
heißgeliebte sanftenblicksbetörerstoischruhige sechzehnstundenpenner
ausgebuffte betteltrickchenkenner
langausgestreckte oberschenkelwärmer
gemütliche gesellige nachtschwärmerBallade vom Hamburger Würstebrater - oder: Gedicht über die einzig richtige Zubereitungsart der Currywurst
In Hamburg, bei den Landungsbrücks,
da wurde letzte Nacht
ein Würstebrater hinterrücks
beinahe umgebracht.Sie fesselten und knebelten
dem armen, braven Mann,
und schlimmer noch - sie gäbelten
ihn bannig arg, sodann!Die ham damit erst aufgehört,
als der - vor Angst halb duhn -
auf Störtebekers Grab geschwört:
"Ich tus nie wieder tun!"Oh sagt, warum habt ihr den Hein
(so heißt er vorn mit Namen ...)
behandelt nur so hundsgemein?
(Dankt Gott - er lebt noch! Amen!)"Warum wir taten, was getan -
und das brutal & roh?
Wir tatens nicht aus Bosheitswahn -
wir tatens für Millau!Der Hein - er hat (man glaubts fast nicht!)
die Currywurst zerschnippst,
und sie mit einer dicken Schicht
Tomatenmus bedippst!"Oh je! Oh weh! Welch Freveltat!
Dem Hein geschah es recht!
Die Strafe - sie war nicht zu hart,
er hat verdient sie - echt!So soll es jedem Brater gehn
der frevelnd, ungeschmackt,
(so wie bei Wilden es zu sehn!)
die Currywurst zerhackt!Der Punker
Vorplatz Hauptbahnhof, HannoverDie Blase ist vom Aufnehmen der Biere
so prall geworden, dass sie nichts mehr hält.
Ihr ist, als ob das Bier stirnkrausend ihre
Funktion hinsichtlich Bier in Frage stellt.Der schwere Schritt uniformierter Bullen,
die sich gleich Kreiseln tanzend um ihn drehn,
kracht mitten ihm ins Hirn, er will nun strullen,
doch schafft es, bierbetäubt, nicht aufzustehn.Den Vorgang sieht ein Schreiber der Postille,
lääuft los damit – das geht in BILD hinein!
Das Herzstück, in Ermanglung einer Brille,
ahnt nichts und nässt sich stille ein.lafleur
niemals las ich (nee, ich schwoer!) mal ein gedicht von stan lafleur,
das - glaub es es ruhig, alter!, hoer mir weiter zu - nicht stollenhart,
mich nicht per se - grad wie ne kuh im ritz-foyer - erwischt hat mit der
ersten zeile & nach atemschnapperweile wort fuer wort & satz fuer satz
(gleich maus um maus gepackt von katz') gefangen nahm, begeistert hat,
denn lobesam gemeistert hat er alles was & wie er's schrieb & was mir
im gedaechtnis blieb von fuszballgroeszen, moderatoren, die sich im
gestruepp verloren ihrer worte, ihrer flanken & mir sei's erlaubt zu
danken für manch (unge)reimte szene ueber kickerkapitaene ueber
dorfkreisligaspiele wie auch ueber viele, viele stories, starke anekdoten,
die er mir hat dargeboten in ganz atmosphaerisch dichten allerwelt
alltagsgeschichten ueber deren wert zu richten musst du keinen prof
verpflichten, weil in herz in bauch die knallen & noch lange nach dann
hallen, sich auf seelohrzung dir legen, dich begeistern. mich erregen.
schlusz mit lobgesang, honneurs: in manUland waerst du laengst sir.Sonntagnachmittägliches Waldspaziergangsgedicht
Ein Ast und eine Ästin
die wiegten sich im Wind.
Nur Waldbewohner wissen
wie gut sich Zweige sind!Der Ast und seine Ästin
die liebten sich im Wind
und waren vor Verlangen
schier für Verhütung blind.Dem Ast gebar die Ästin
(und das bei starkem Wind!)
knapp neunzig Tage später
ein gertenschlankes Kind.Pa Ast und Mama Ästin
bei Wetter und bei Wind
mit ihrem lieben Ästchen ...
Der Wanderer drüber sinnt.Interstellar Overdrive
Scholvag, der den wahren, guten
Rocksound liebt, die Ohren bluten,
weil sie Dudelfunkes seichte
Pi-Pa-Popmusik erreichte.Zack! Uns' Paul der switcht schnell off
was da aus dem Radio troff.
Geht hernach an seine Platten-
kiste. "So - mal sehn, was hat dennlange mich nicht mehr erfreut?
Ah - sieh da! Die Herrn Pink Floyd!
Deren Opus "Piper at the
Gates of Dawn!", das ich sehr schätze,soll die Rundfunkschnulzenplagen
mir aus dem Gehörgang jagen!
>Interstellar Overdrive<
ich mir in die Ohren pfeif!"Und mit 120 Phon
nach und nach und Ton für Ton
wird Leander grundgereinigt
von dem was ihn schwer gepeinigt.Danach ist Pauls Hörvermögen
so geschwächt, dass er die drögen
Liedchen aus der Dudelkiste
nicht mehr hört. Und Paul denkt: "Siehste!"Griechische Tragödie
Patras lag im Morgendunst
als du an der Reling stund‘st
auf der Fähre nach Athen.
Was du dorten nicht gesehn:
Dass die See kurz kräftig bebte,
so dich übers Gatter hebte.Einsam streif ich durch Athen ...
Du - die Stadt ist wunderschön!Die Gräber ihrer Lieben
Drei Katzen nannte sie ihr Glück:
Den Bo, die Nanni und Karl Mück.
Ihr Gatte sah das Katzenvieh
bei weitem nicht so gern, wie sie.Gar schlimm war’s für die arme Frau
als eines Herbsttags, der sehr grau,
ihr alter Kater Bo verstarb.
Im Garten grub sie ihm ein Grab.Ihr Mann war darob nicht sehr traurig,
er sprach sogar zu seiner Frau: "Ich
find es viel schöner mit zwei Katzen!"
Mit bösem Blick bedacht - das hatsen!Und bald darauf wurde alsdann
die Nanni tödlich überfahrn.
Fand ihre letzte Ruhe so
gleich nebenan vom guten Bo.Der Mann, er sprach zu der Gemahlin,
der Unglücksfall, er wär egal ihm,
nein - weiter noch: er wär ihm recht!
Drauf wurd’ es seiner Frau fast schlecht.Und dann wars an Karl Mück, zu gehen.
Er konnt schon nicht mehr essen, sehen,
als ihn ein Arzt - ihr ahnt es schon -
erlöst hat mit der Injektion.Nun war ein drittes Grab zu graben.
Ihr Mann tat sich daran fast laben!
Und sprach (das war ein echter Hammer!):
"Nun ists vorbei mit Katzenjammer!Nie wieder kommt mir in mein Haus
ein Katzenviech - damit ist’s aus!
Und willst du wieder welche haben
musst du zuvor schon mich begraben!"Und bald darauf mit "Suse" und
mit "Sternchen" und mit "Kunigund"
die Frau im Garten tut flanieren,
bis zu den Gräbern hin, den vieren.