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Kühlschrank zu verschenken und andere Katastrophen

 

Leseprobe:

 

Gefahr am Stadtrand (Fleischfresserversion)

There's danger at the edge of town … (The Doors)

Paul Glücklich ernährte sich seit Jahren ausschließlich von Döner und Currywurst. So freute er sich ungemein, als er in der fremden Stadt auf einen gastronomischen Betrieb stieß, der Pauls einzige Nahrungsquellen vereint anbot:

Neu: Klaus-Mehmets Currywurstdöner!

stand in weißer Kreide auf einer schwarzen Tafel zu lesen, die sämtliche in Klaus-Mehmets Imbiss erhältliche Speisen feilbot. „Einmal Klaus-Mehmets Currywurstdöner, bitte!“, bestellte Paul Glücklich bei dem Imbissbudenwirt, kramte eine Handvoll Münzen aus der Hosentasche hervor und begann, die 2,99 € für den Currywurstdöner abzuzählen. „Du bist der Erste“, freute sich Klaus-Mehmet, „der Erste, der meinen Currywurstdöner bestellt! Bin total gespannt, wie er dir schmeckt!„ Dann schälte er mit einer elektrischen Heckenschere Streifen von der gigantischen Currywurst ab, die sich auf dem Dönerspieß drehte. „Mit scharf?“, fragte Klaus Mehmet noch und wünschte „Wohl bekomm's!“ als er Paul Glücklich eine Pappschale überreichte, die gefüllt war mit Currywurstdönerbrocken und viel Soße.

Rülpsend und mit einem bedrohlichen Drücken im Bauch bestieg Paul Glücklich eine Viertelstunde später den Bus der Linie 123, der ihn zum Hauptbahnhof bringen sollte. Als Paul das Wechselgeld für den Fahrschein einsteckte und der Fahrer den Omnibus in Bewegung setzte, entschlüpfte Paul ein mörderischer Leibwind. Sofort fielen der Busfahrer, alle Fahrgäste und auch Paul in tiefe Bewusstlosigkeit. Der nun führerlose Bus fuhr auf einen Mannschaftstransportwagen der Bereitschaftspolizei zu. Einige der Beamten, einen terroristischen Anschlag vermutend, feuerten noch durch die Fenster einige Salven aus ihren Maschinenpistolen auf das öffentliche Verkehrsmittel ab. Die gleichzeitige Explosion von Omnibus und Polizeifahrzeug radierte den historischen Altstadtkern aus. Als kurz darauf eine zweimotorige Cessna, getroffen von Blindgängern aus Schnellfeuerwaffen, in das von Touristenmassen besuchte Welfenschloss der Stadt stürzte, verkaufte Klaus-Mehmet bereits seinen zweiten Currywurstdöner mit scharf.

 

Das Ebook ist erhältlich bei folgenden Anbietern:

buecher.de

buch.de

thalia.at

thalia.de

 

 

 

Graubert - Teil 1 der Graubert-Trilogie

Leseprobe:

In einer Pfütze reinigte Graubert notdürftig sein Fell und machte sich dann auf den Weg nach Hause. Das würde er Peter besser nicht erzählen, der würde sich schön lustig über ihn machen! Graubert wollte einige seiner auf Vorrat gelagerten Körner fressen, als Trost, gewissermaßen, und sich dann eine Weile schlafen legen. „Besser noch ganz, ganz Tage schlafen ...“, ging es ihm durch den Kopf. Er schämte sich so sehr. Auf Lehmanns Rasen angekommen, wälzte Graubert sich ausgiebig im Gras, um möglichst viel von dem Gruß der Kuh aus dem Fell zu bekommen. Ganz gelang es ihm nicht, das spürte und roch er. Als Graubert sich in der Mauerritze befand, hörte er Stimmen, ihm unbekannte Stimmen. Vorsichtig krabbelte er weiter. Unter der Krachmaschine angekommen, lauschte er. Die Stimmen kamen von seinem Nest unter dem Schrank her. Langsam näherte er sich seinem Heim. Da waren drei Mäuse, drei riesige Mäuse mit enorm langen und dicken Schwänzen! Auch ihre Köpfe waren anders als seiner - viel gedrungener und kräftiger! Eine der Riesenmäuse hatte zudem ein sehr dunkles, fast schwarzes Fell, und es fehlte ihr ein Auge! Die drei lümmelten auf Grauberts Nest wie auf einer bequemen Matratze herum und fraßen seine Vorräte!
„ ... ich sag dir: Wenn ich es dort schaffe, schaffe ich es überall!“, hörte Graubert eine der Riesenmäuse, deren blaue Augen in der Dunkelheit geradezu leuchteten, zu der einäugigen Riesenmaus sagen. Obwohl Graubert sich sehr leise angeschlichen hatte, bemerkten ihn die großen Mäuse - oder hatten sie ihn gar gewittert?
„Sieh da – sieh da, die Maus – trara!“, sagte die dritte der Riesenmäuse, die von einer auffallend rot leuchtenden Schnauzenspitze geziert wurde, als sie Graubert bemerkte.
„Ah!“, sagte die schwarze, einäugige Maus und kam mit tänzelnden Schritten auf Graubert zu. „Du bist wohl der Hausherr hier, was? Wir dachten, wir statten dir mal einen kleinen, nachbarschaftlichen Besuch ab und laden uns zu einem ebensolchen Imbiss bei dir ein. Leider warst du nicht da, und so haben wir uns selbst bedient, stimmt‘s, Jungs?“, erklärte er Graubert und bat seine Kumpels um Bestätigung.
„Ja, genau, so war‘s!“, sagte der Blauäugige und rülpste hemmungslos. „Mit dem Imbiss sind wir schon fertig und wollten gerade gehen, weil du nicht kamst! Aber nun bist du da!“
„Ja“, sagte Graubert, der ein wenig Angst vor den dreien spürte. „Jetzt bin ich da!“ Der Imbiss, stellte Graubert nach einem kurzen Blick in seine Speiseecke fest, war kein kleiner gewesen – sie hatten seine gesamten Vorräte aufgefressen.
„Wo kommt ihr her, und wer seid ihr?“, fragte Graubert, bemüht, sich seine Angst nicht anmerken zu lassen.
„Er will wissen, wer wir sind und wo wir wohnen!“, sagte die einäugige Riesenmaus lachend und tänzelte um Graubert herum. Graubert verstand nicht, was daran so lustig oder komisch war.
„Na, sag’s ihm schon, Sammy!“, forderte die Rotnase Sammy auf.
„Wir wohnen bei Heinicke im Stall!“, erklärte der Tänzer, und stellte sich vor: „Ich bin Sammy!“
„Und ich“, sagte Blauauge, „bin Frank!“
„Und ich bin Dino!“, sagte Dino.
Dann riefen die drei im Chor: „Man nennt uns das ‚Rattenpack‘!“, und rollten sich vor Lachen über den Boden. Auch was daran so komisch war, konnte Graubert nicht verstehen. Ratten, also. Peter hatte einmal von Ratten erzählt, nichts Gutes, entsann Graubert sich. Sie seien ziemlich dämlich, aber hinterhältig, verlogen und falsch, so ähnlich hatte Peters Charakterisierung der Nager gelautet.
„Sag mal, hast du für deine drei Freunde nichts mehr zum Fressen da?“, fragte Sammy und legte anbiedernd die Vorderpfote um Grauberts Schulter. „Wir haben uns ein paar Tage herumgetrieben und sind ziemlich hungrig!“, erklärte er weiter.
„Ich könnte draußen auf dem Komposthaufen nachsehen, ob etwas da ist ...“, bot Graubert mit ängstlich zitternder Stimme an.
„Na dann mach schon und beeil dich!“, befahl Sammy, „wir sind nicht wählerisch, wir fressen fast alles – wenn’s sein muss, sogar Mäuse, was, Jungs?“, wandte Sammy sich böse lachend an seine Kumpanen, und Graubert hoffte, dass er nur scherzte.
„Und komm nicht auf die Idee, dich zu verdrücken, Sportsfreund!“, drohte Dino, wir hätten dich schnell gefunden! Wir sind zu dritt, und du bist ganz alleine ...!“
„Ich bin nicht alleine!“, widersprach Graubert mit klopfendem Herzen. Obwohl er Angst vor den Ratten hatte, spürte er, dass er sich zu deren Sklaven machen würde, wenn er ihnen keinen Widerstand entgegensetzte.
„So? Du bist nicht alleine? Wo sind denn deine Freunde, wo ist deine Familie? Wir sind schon eine ganze Weile hier im Schuppen, haben überall gesucht, aber außer ein paar Spinnen und Asseln haben wir hier nichts Lebendiges gesehen!“, spöttelte Sammy und entblößte grinsend zwei Reihen riesiger, widerlich gelber Zähne.
„Peter!“, sagte Graubert zunächst leise, und dann lauter: „Peter ist mein Freund, und der könnte jeden Moment hier auftauchen!“
„Habt ihr gehört, Jungs? Sein Freund heißt Peter und könnte jeden Moment kommen!“, feixte Frank mit verstellt ängstlicher Stimme. „Der ist bestimmt groß und stark, dein Freund Peter, was?“, machte Sammy sich lustig, „seht mal her – meine Beine zittern schon vor Angst!“ Albern ließ Sammy seine Beine zittern, dass sein schwarzer Körper bebte und seine beiden Spießgesellen sich wieder vor Lachen über den Boden rollten.
„Rofl!“, grunzte Dino und fragte Graubert: „Und wenn er käme, dein Freund Peter, würde er uns bestimmt verjagen, was?“
„Das ist gut möglich!“, sagte Graubert, schon nicht mehr ganz so ängstlich. „Er mag nämlich keine Ratten. Er hat sogar schon viele von euch getötet – er ist ein großer, schwarzer Kater!“
„Ein Kater? Dein Freund – der Freund einer Maus? Schwarz noch dazu? Das kann doch nur der verrückte ‚schwarze Peter‘ sein!“ Sammy kriegte sich vor Lachen nicht mehr ein.
Frank, der sich lachend unter dem Schrank hinaus gekugelt hatte, stellte sich auf die Hinterbeine und rief: „Der schwarze Peter? Der meschuggene Fischfresser? Der hat bestimmt noch keine Ratte getötet! Dazu ist der viel zu dämlich! Der ist so dämlich, dass ...“
Etwas in den Gesichtern seiner Kumpel, die unter dem Schrank lagen und ihn ansahen, ließ Frank innehalten. Außerdem sah er, dass die kleine Maus, die eben vor Angst fast geweint hatte, nun lächelte. Plötzlich durchfuhr Franks Körper ein bohrender Schmerz, etwas mörderisch Spitzes schob sich unter seine Nackenhaut. Frank wurde emporgehoben und blickte in die grünen Augen eines schwarzen Katers.
„Grüß dich, Frank! Lange nicht mehr gesehen!“, sagte Peter, der Frank an einer Kralle auf Augenhöhe hochgehoben hatte und ihn nun ein wenig schüttelte. Frank schrie vor Schmerz auf. Sammy und Dino, die bis eben noch ihre bösen Scherze mit Graubert getrieben hatten, duckten sich flach auf den Boden und blickten verängstigt zu Peter und ihrem wimmernden Freund empor.
„Grüß dich, Peter!“, stöhnte Frank, bemüht, sich keine Schmerzen anmerken zu lassen, „wie geht’s denn immer so?“
„Mir geht’s gut, danke der Nachfrage!“, antwortete Peter, betont höflich. „Und entschuldige bitte, dass ich dich unterbrochen habe: Du wolltest gerade deinen Freunden etwas über mich erzählen ...“, sagte Peter und kraulte Frank wenig zärtlich mit einer Kralle der anderen Pfote unterm Kinn.
„Ach, weißt du, Peter, wir haben ein wenig Spaß gemacht, wir drei und dein kleiner Mäusefreund ...“, röchelte Frank.
„Ich weiß, Frank“, sagte Peter, „ich war lange genug hier, um alles mit anzuhören. Ihr habt meinem Freund ein wenig Angst gemacht, Frank - das war nicht nett! Ich fürchte, zur Strafe muss ich euch eine kleine Lektion erteilen!“
„Eine Lektion?“, rief Sammy.
„Was für eine Lektion denn?“, fragte Frank.
„Eine Lektion in Sachen ‚Peter-Ernährung‘!“, antwortete Peter leise und drohend. „Seht mal – ihr seid der Ansicht, ich, der Peter, fräße nur Fisch! Das stimmt nicht – ich fresse alles Mögliche! Und manchmal sogar:“, Peter hielt im Satz inne, Graubert hörte die unweit von ihm kauernden Ratten mit den Zähnen klappern. „Rat-ten!“, vollendete Peter seinen Satz, die beiden Silben gedehnt aussprechend. Husch – husch machte es, und Sammy und Dino waren verschwunden. Graubert sah die Katzentür zweimal einen kleinen Spalt öffnen und wieder schließen.
„Deine Freunde sind nicht sehr mutig!“, stellte Peter fest, „ich bezweifle, dass sie wirklich deine Freunde sind - oder es waren, sollte ich schon sagen. Also dann, Frank, mal sehen, wie es dir in meinem Bauch gefällt!“, sagte Peter, öffnete sein Maul weit, so, dass Frank den Schlund und Peters spitze Zähne sehen konnte. Obwohl Graubert sah, dass der Kater ihm verschwörerisch zuzwinkerte, bekam Graubert Mitleid mit dem nun laut schluchzenden und heulenden Frank. Peter führte die Ratte ganz nahe an sein Maul heran, dann schnupperte er an ihr und verzog das Gesicht. „Igitt - Frank! Wie du stinkst! Schlimmer als ein Stück Sch ...“
„Schon gut, Peter, lass ihn gehen!“, bat Graubert. „So schlimm war’s doch nicht, was sie getan haben! Und es wäre ungerecht, alles an einem auszulassen!“
Peter sah Graubert verwundert an und zuckte mit den Schultern. „Du bist ja ein richtiger Pazifist! Aber gut – wenn du meinst!“, sagte er und zog die Kralle ein, an der Frank eben noch gehangen hatte, worauf die Ratte zu Boden plumpste. „Hoffentlich bereust du deinen Großmut nicht irgendwann, Mäusling! Und du, Gullytaucher – verzieh dich, und lass dich hier nie wieder blicken!“ Langsam, auf puddingweichen Beinen, krabbelte Frank fort. Wäre Peter des Gedankenlesens mächtig gewesen, hätte er gewusst, dass nicht Graubert, sondern er eines Tages bereuen würde.

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